Deutschneudorf

Ein kleiner historischer Abriß

 
Deutschneudorf mit den Ortsteilen Oberlochmühle und Deutschkatharinenberg liegt an der sächsisch-tschechischen Grenze auf den Kamm des mittleren Erzgebirges in einer Höhe von 600 bis 750 m über NN.  
Der Ort wurde im Jahre 1637 erstmals urkundlich erwähnt. Die Grundherrschaft lag (wie in den umliegenden Orten)
bei denen von Schönberg, die auf Schloss Purschenstein in Neuhausen ihren Sitz hatten.
Die örtliche und wirtschaftliche Entwicklung begann mit der Erbauung eines Eisenhammerwerkes "Hoher Ofen" genannt, in dem Eisenerz verhüttet wurde. Da Deutschkatharinenberg zwischen den zwei ertragreichen Bergbaugebieten Seiffen und Sankt Katharinaberg liegt, wurde dort auch nach Erzvorkommen gesucht, allerdings nur mit mässigem Erfolg (s. Fortunastollen).
Schon frühzeitig entwickelten sich die verschiedensten Handwerkszweige heraus. Es gab Strumpfwirker und Zigarrenmacher, besonders aber nahm die Bedeutung der Holzverarbeitung zu.
1669 wurde der Ort eine eigenständige Gemeinde
1800/01 wurde Deutschneudorf eine eigene Kirchgemeinde.
Die Napoleonische Fremdherrschaft und die Befreiungskriege 1817 ziehen die Orte in Mitleidenschaft, u.a. zogendie russisch-preussisch-östreichischen Truppen plündernd durch unsere Gegend.
Die Jahre danach blühte Deutschneudorf und Deutschkatharinenberg auf. Am Ende des Jahrhunderts wurden verschiedene Holzwarenfabriken gegründet. Auch die Zigarrenindustrie nahm Aufschwung.
Der Ort Deutschneudorf wuchs auf 1000 Einwohner. Deutschkatharinenberg zählte deren 200 (Ende 19. Jh.). Dies führte zur Verbesserung der Infrastruktur wie man an den folgenden Angaben sehen kann:
1875 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1879 Fernsprechstelle / 1887 Postagentur
1892 Einweihung der neuen Schule in Deutschneudorf (seit 1884 gibt es auch eine Schule in Deutschkatharinenberg)
1894 Gendameriestation
Die Industriellen in Deutschneudorf bemühten sich um den Bau einer Eisenbahnlinie. Sie sollte in Olbernhau-Grünthal an die Flöhatalbahn angeschlossen werden. Die ersten Bemühungen datieren auf das Jahr 1886. Die Eisenbahnverbindung Olbernhau-Deutschneudorf wurde 1927 eröffnet. Sie ist damit der letzte sächsische Eisenbahnbau.
1939 zählt Deutschneudorf 1600 Einwohner.
Obwohl Deutschneudorf in der nähren Umgebung der kriegswichtigen Hydrierwerke in Oberleutensdorf/Litvinov liegt, gibt es keine grösseren Schäden aus dem 2. Weltkrieg zu berichten. 
Die Eisenbahnlinie wurde 1965 für den Personenverkehr und 1969 für den Güterverkehr geschlossen. Anschließend wurden die Schienen und die Brücken (Ausnahme: Oberlochmühle) demontiert. Erst nach 1989 wurden einige Brückenköpfe zerstört.  
Nach der Wende wird die Wiedereröffnung von Grenzübergängen zur Tschechischen Republik betrieben. 1994 wurde der Grenzübergang in Deutschkatharinenberg und 2000 der in Deutschneudorf eröffnet. Im Herbst 2001 soll der Übergang für Kfz in Deutscheinsiedel eröffnet werden.
Im Zuge der Schulreform nach 1990 in Sachsen wurde die POS (8 Klassen) zur Grundschule (1992) umgewandelt und 1998 geschlossen.
Seit 1997 bildet Deutschneudorf mitsamt seiner Ortsteile eine Verwaltungsgemeinschaft mit Deutscheinsiedel. 
 
 
Nicolaistollen historische Fotos (extern)
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